Webtipps für Patienten

An dieser Stelle möchte ich gerne etwas zu den Vor- und Nachteilen der Internetsuche nach Gesundheitsinformationen sagen sowie ein paar nützliche Webtipps vorstellen.

Bevor sie sich zu einem Arztbesuch entscheiden, konsultieren immer mehr Menschen das Internet. Viele wollen für das kurze Gespräch mit dem Arzt gut vorbereitet sein. Oder die Recherche im Internet hat sie beunruhigt. Sie tippen ihre Krankheitszeichen in die Google-Suchleiste ein und bedienen sich der Treffer auf der ersten Seite. Zu den beliebtesten Quellen zählen:

  • Wikipedia,
  • Seiten der Krankenkassen
  • Private Gesundheitsportale (gewinnorientiert)

Seiten, die von Fachleuten als seriös angesehen sind, finden sich erst unter den ferneren Suchergebnissen. Sie werden dadurch meist übersehen.

MERKE: Ein gutes Google-Ranking ist kein Garant für Qualität!

Inhaltliche Mängel sind häufig, wie mehrere Studien für somatische und psychische Erkrankungen zeigen konnten. Noch fehleranfälliger als redaktionell betreute Webseiten sind Foren und Blogeinträge.

Für uns Ärzte hat dieses Informationsverhalten unserer Patienten sowohl gute als auch schlechte Seiten: Häufig profitieren auch Ärzte von selbstinformierten Patienten, weil diese das Gespräch bereichern. Informierte Patienten haben ein besseres Krankheitsverständnis und halten sich auch eher an die empfohlenen Therapien. Andererseits bringt es Probleme mit sich, wenn PaGoogle Suchleistetienten bereits mit ergoogleten Selbstdiagnosen die Praxis aufsuchen und sich nur schwer davon lösen können. Die Hypochondrie wird z.B. durch sogenannte Symptomchecker gefördert, bei denen selbst aus unspezifischen Symptomen schwerwiegende Krankheiten abgeleitet werden. So führt die Bejahung von wenigen Fragen wie nach Rückenschmerzen, Müdigkeit, Stress und einer kleinen Schnittwunde schon mal zu Diagnosen wie: Tetanus, Fibromyalgie, Gallensteinen, Gebärmutterhalskrebs, Migräne oder Gürtelrose. Die naheliegende Muskelverspannung scheint nur in seltenen Fällen eine Option zu sein.
Aus diesem Grund kommt hier eine Liste qualitätsgesicherter Internetseiten als Orientierung für unsere Patienten.

Webtipps für Patienten

Institur für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG): Übersicht zu vielen Krankheitsbildern
Patienteninformationen (BÄK, KBV): Übersicht zu vielen Krankheitsbildern inklusive Patientenleitlinien
Evidenzbasierte Patientenleitlinien (AWMF)
Robert-Koch-Institut: Infos über Infektionskrankheiten und Impfen
Paul-Ehrlich-Institut: Infos über Infektionskrankheiten und Impfen
Deutsches Krebsforschungszentrum: Infos zu allen Krebsarten
Deutsche Diabetes Hilfe: Experten beantworten im Zwei-Wochen-Rhythmus Fragen rund um das Thema Diabetes, Ernährung und Adipositas
Stiftung Deutsche Depressionshilfe: Informationen rund um die Depression